Linner Wasserfälle

Wasserfall bei Linn

Es ist schon fast eine Woche seit unserem Ausflug nach Linn vergangen und ich möchte jetzt endlich einen kleinen Bericht darüber schreiben.

Der 2. Versuch

Letzten Sonntag fuhren meine Mutter und ich zum zweiten Mal von Olten her kommend durch Aarau, Lenzburg und Schinznach nach Linn im Kanton Aargau. Dies war der zweite Versuch, die Linner Wasserfälle zu fotografieren. Das letzte Mal, kurz vor Weihnachten, endete unser Ausflug mitten in Linn, als ich mich auf einem hauchdünnen Eisfilm blitzschnell in die Horizontale begab. Mein Fotorucksack dämpfte den Fall (Dem Inhalt war nichts passiert). Aber meine Schulter schmerzte so sehr, dass wir den Ausflug abbrachen. Zum Glück war der Schmerz viel grösser als der tatsächliche Schaden. Dieses Mal war die Gefahr von Glatteis wesentlich kleiner, immerhin war es um die 28°C.

Natur- und Kulturweg

Noch berühmter als die Wasserfälle ist die Linner Linde. Mit einem Alter von 500-600 Jahren, einer Höhe von 25 Meter und einem Stammumfang von 11 Meter ist sie einer der grössten Bäume der Schweiz. Dieses Mal liesen wir den prächtigen Baum links liegen und folgten dem Natur- und Kulturweg aus dem Dorf hinaus, hinunter ins Sagimülitäli. Der Weg führt durch eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft und am Wegrand konnten wir auf Tafeln viel Informatives über die Bedeutung von Obstgärten, Hecken und Wildblumen für die Tierwelt nachlesen. In etwa 200 Meter Entfernung erblickten wir sogar ein Reh. Und das kurz vor Mittag!

An den Wasserfällen

Etwa 2 km ausserhalb des Dorfes kamen wir zum ersten der drei Wasserfälle. Die Wasserfälle haben eine gewisse Berühmtheit, da der höchste mit 5.40 Metern gleichzeitig der Höchste des Kanton Aargau ist. Dass er nicht ganz so spektakulär wie der Rheinfall sein würde, hatte ich erwartet. Allerdings hätte ich trotzdem auf etwas mehr Wasser gehofft. Nichtdestotrotz folgte ich einem schmalen Pfad hinunter zum Bachbett. Ich hatte nebst meinem Fotoapparat noch zwei Graufilter eingepackt. Ich wollte sie verwenden, um die Belichtungszeit der Fotos auf über eine Sekunde auszudehnen. Davon versprach ich mir, dass das Wasser im Bild wie ein Vorhang aussehen sollte. Da der Wasserfall im Wald lag, war es so dunkel, dass ich auch ohne Filter den gewünschten Effekt erzielen konnte.

Gemecker

Während ich im Bach rumturnte und fotografierte, wartete meine Mutter am Waldweg. Dabei lies sie sich von einem Bauern in die Geheimnisse der Ziegenpflege einweihen. Mit Walliser Schwarzhalsziegen bewirschaftet er eine steile, felsige Waldschneise. Für dieses Gelände ist diese alte Ziegenart ideal. Statt jeden Tag seinen Ziegen in die Felsen nachzuklettern, bringt er Ihnen frisches Wasser und einen Eimer trockenes Brot. Damit und mit etwas Rufen lockt er sie an, zählt sie und erkennt an ihren Bewegungen, ob sie verletzt sind. Ausserdem bleibt so ein wenig Zeit, mit Touristen über nachhaltige Landwirtschaft und alte Nutztierrassen zu sprechen.

Seerosen

Nachdem ich am Wasserfall fertig war, gingen wir ein paar Meter Richtung Linn. Hier lag ein alter alter Steinbruch mit zwei kleinen Weiher. Über dem Wasser patroullierten Libellen, im Wasser wimmelte es von Kaulquappen und an der Wasseroberfläche blühten Seerosen. Nachdem wir uns daran satt gesehen hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Nach etwa 30 Minuten war wir zurück im Dorf und beim Auto.

Alles in allem ein gelungener Ausflug, wahrscheinlich kehre ich nach einem Regen nochmals zurück, wenn es etwas mehr Wasser im  Bach hat…

Dazugehörige Bilder

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