Eisbär Nummer 1

Am Morgen früh um 5 Uhr hies es bereits „Tagwache, aufstehen“. Nein, natürlich war der Ton nicht so militärisch, sondern viel freundlicher. Wir passierten die möglicherweise schönsten Berge Svalbards. Steil, schneebedeckt und dazwischen Gletscher. Nachdem wir uns satt gesehen hatten, ging es erst mal zum Frühstück. Danach fuhren wir ein Stück weit in eine vereiste Bucht.

Eisbärin schwimmt

Eisbärin im Wasser. Mit Senderhalsband für die Wissenschaft

Auf dem Eis lagen weit verteilt ein paar Ringelrobben. Und tatsächlich, weit weg, da wo das Meereis auf Land traf, wanderte eine Eisbärin. Auf der Freya hofften wir, die Bärin könnte neugierig werden und zum Schiff kommen. Leider tat sie uns den Gefallen nicht, sondern überquerte eine Landzunge und ging auf der anderen Seite schwimmen.

Da unsere Freya nicht für Landgänge gebaut war, mussten wir um die Landzunge herumfahren. Unsere Bärin hatte sich entschlossen eine weite Bucht zum durchschwimmen und demonstrierte uns gleich mal wieso sie auf Lateinisch Ursus Maritimes – „Meerbärin“ – hiess. Kilometerweit schwamm sie durch das Wasser, vorbei an Eisschollen – ohne Pause.

Der Ton von schmelzendem Eis

Nachdem wir die Bärin verlassen hatten, wollten wir sollten wir Zodiak fahren gehen. Also zwängten wir uns zum ersten Mal in die zur Verfügung gestellten warmen Overall. Wir standen bereit in die Schlauchboote zu steigen. Doch das Eis machte uns einen Strich durch die Rechnung. Für die Boote lag es zu dicht. Also raus aus den Anzügen und erst mal Mittagessen gehen. Währenddessen fuhr die Freya in einen anderen Fjord. Wir stiegen wieder in die Overall und konnten endlich in die Schlauchboote steigen. Gemächlich fuhren wir zwischen Eisschollen und Eisbergen Richtung Gletscher. Von weiss bis blau ging die Färbung der Eisberge. Und wir lauschten dem Tauen des Eises. Es tönt, als würden mehrer Eisbären gleichzeitig die Blasen von Luftpolsterfolien zum Platzen bringen. Dieses Geräusch entstand dadurch, dass Luftbläschen die Jahrhunderte lang im Gletschereis unter Druck eingeschlossen waren, mit den Tauen des Eises plötzlich aufplatzten.
Zwischen den Eisschollen sichteten wir ein paar Gryllteiste und auch eine Ringelrobbe tauchte kurz auf.

Wale voraus

Zurück auf dem Schiff versuchten wir vor dem Nachtessen etwas Schlaf zu tanken. Aber kaum waren wir aus dem Fjord heraus gefahren, klang der Ruf „Wal voraus“. Wir fuhren mitten durch eine Gruppe Zwerg- und Buckelwale. Rund um unser Schiff kamen sie zum Atmen an die Oberfläche und tauchten wieder weg. Es war beeindruckend, wie nahe wir ihnen kamen und auch erschreckend zu wissen, dass Walfänger genau so nahe an diese riesigen Tiere heranfahren konnten und es leider immer noch tun.
Da wir jetzt etwas weiter von der Küste entfernt waren, war der Seegang etwas stärker. Das bekam ein, zwei Passagieren nicht so gut bekam. Glücklicherweise blieb ich (noch) verschont. Auf jeden Fall war Seekrankheit beim Nachtessen wieder ein grosses Thema.

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